Unverpackt einkaufen - Geht das in Zeiten von Corona noch?

Viele in unserer Community - und auch uns - beschäftigt diese Frage. Da unser Label „Einmal ohne, bitte“ das verpackungsfreie Einkaufen unterstützt und fördert, sehen wir es in unserer Verantwortung, auf diese Frage einzugehen. Ein kurzer Disclaimer dennoch vorab: Da das Virus noch nicht gut erforscht ist, können wir uns ausschließlich auf aktuelle und bereits vorhandene Informationen und Expert*innenmeinungen und Forschungsergebnisse berufen.

Wie hoch ist das Risiko für mich? Sorge ich durch meine eigenen Behältnisse für die ungewollte Verbreitung des Virus? 

Das wichtigste zuerst: Die Einhaltung der Hygienebestimmungen hat beim verpackungsfreien Einkauf nach wie vor absolute Priorität. Diese Bestimmungen dienen unverändert explizit dazu, eine nachteilige Beeinflussung durch kundeneigene Gefäße in der Lebensmittelhygiene auszuschließen und somit auch dazu, die Kontamination mit Viren und anderen Erregern zu vermeiden. Deshalb ist beim Kauf mit dem eigenen Behältnis auf den adäquaten Ablauf zu achten und zwar seitens des Personals aber auch seitens der Konsument*innen (macht den*die Verkäufer*in bei Fehlverhalten bitte auf den korrekten Ablauf aufmerksam). Hygienebestimmungen werden reginonal von den jeweiligen Ministerien zur Verfügung gestellt. Weiter unten findet ihr exemplarisch das Merkblatt des Bayrischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, sowie unsere Infoflyer zum verpackungsfreien Einkauf. 

Ein ordnungsgemäßer verpackungsfreier Einkauf sollte keine nachteilige Beeinflussung auf die Lebensmittelhygiene haben! Darüber hinaus versuchen Wissenschaftler*innen gerade erst zu verstehen, ob und wie lange das neue Corona Virus auf Oberflächen aktiv bleibt. Unklar ist ungeachtet dieser Tests auch, wie lange das Virus auf Oberflächen noch Menschen anstecken kann. Bislang meldet das Robert Koch Institut (RKI), dass „keine Übertragung durch Gegenstände bekannt“ ist und verweist auf das Bundesinstitut für Risikobewertung, wonach es derzeit keine nachgewiesenen Fälle gibt, bei denen sich Menschen durch den Kontakt zu kontaminierten Gegenständen und Lebensmitteln mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben (Stand 17.03.2020). Das RKI geht davon aus, dass der Hauptübertragungsweg sogenannte "Tröpfcheninfektionen" sind, die bei direktem Kontakt mit einer infizierten Person entstehen (Stand 17.03.2020). 

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) schreibt: 

„Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder etwa durch importierte Bedarfsgegenstände mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt.“

Obwohl also eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel und Bedarfsgegenstände unwahrscheinlich ist, sollten beim Umgang mit diesen die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie regelmäßiges Händewaschen und das Meiden von Berührungen an Mund, Augen und Nase angewandt werden. Außerdem gilt auch beim Einkaufen: Abstand zu Menschen halten. 

Fazit: 

Unverpacktes Einkaufen ist nach wie vor möglich - und dass nach heutigem Kenntnisstand ohne erhöhtes Infektions- und Kontaminationsrisko. Wenn ihr mit dem eigenen Behältnis einkaufen geht, achtet bittet darauf: 

- Die eigenen Behältnisse und Taschen stets gut zu reinigen & zu spülen.

- Beim Kauf auf die Einhaltung der Hygienemaßnahmen im Geschäft zu beachten.

- Die allgemeinen Regeln der Hygiene des Alltags wie z.B. regelmäßiges Händewaschen, das Meiden von Berührungen an Mund, Augen und Nase zu beachten. Außerdem gilt: Abstand zu Menschen halten. 

Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten Verpackungsmüll einzusparen: 

- Auf andere verpackungsfreie Alternativen / Mehrweg-Pfandysteme ausweichen 

- Verpackungsarm einkaufen: verpackungsarme Lebensmittel bevorzugen und größere Gebinde kaufen wenn möglich (nicht Hamstern!)

- Auf Fertigprodukte verzichten und stattdessen selbst machen, z.B.: Nudeln, Brot, Humus, Hafermilch, etc. 

- Auch Aufbrauchen, was man noch zuhause hat. Produkte, die lange im Vorratschrank stehen und wir selten verwenden. Warum eigentlich nicht? 

Wir halten euch über die aktuellen Entwicklungen und Kenntnisstände weiterhin auf dem Laufenden.

Stay healthy, happy and home!

Euer “Einmal ohne, bitte”-Team 

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